Pure Ink

17. Mai 2023
DIE REACH VERORDNUNG: WERDEN TÄTOWIERER IM STICH GELASSEN?
Die REACH Verordnung greif in der gesamten Europäischen Union und gibt Auskunft, welche Stoffe, Substanzen und Pigmente in Tattoo Farben verboten sind. Bereits 2022 trat die Verordnung in Kraft und hat zu weitreichenden Schäden für die gesamte Tattoo Industrie gesorgt. So mussten Bestände mit den verbotenen Substanzen komplett entsorgt werden.
Der Schock sitzt nach wie vor tief. Nicht zuletzt wurden auch die wichtigsten Farbpigmente – Grün und Blau – auf die Liste der REACH Verordnung gesetzt.
Auch wenn stetig neue Farben entwickelt werden, welche den Vorschriften entsprechen, ist das Kontingent dieser Farben sehr gering. Sie sind schnell ausverkauft und viele Studios haben nicht mehr die Möglichkeit, Farb-Tattoos anzubieten. Die gängigsten Farben sind zurzeit Schwarz, Weiß und Grau.
Viele Studioinhaber zeigen sich entrüstet und kritisieren die Verordnung scharf. Die Begründung ist, dass der Mensch sich selbst des Risikos bewusst sein muss. Genau wie beim Rauchen oder Alkohol. Hierfür gelten auch nur geringe Limitierungen, wobei es zum Großteil auf das Alter und die resultierende geistige Reife ankommt. So könne man das auch bei der Handhabung mit den Farben kontrollieren.
Fest steht: Das Verbot wird noch eine gewisse Zeit den Markt dimmen und die Möglichkeiten minimieren. Solange die Liste fortwährend ergänzt wird und die neu entwickelten konformen Farben ausverkauft sind, wird sich an dieser Situation wenig ändern.
Die aktuelle Situation spielt jedoch auch privaten und unprofessionellen Tätowierern in die Hände, welche ihr Angebot unter teilweise fatalen hygienischen Bedingungen unter die Haut bringen. Eine Art Schwarzmarkt entsteht, welcher das Wohl der Menschen eventuell mehr schadet, als es vorher der Fall war.
Wenn du ein Farb-Tattoo haben möchtest, solltest du zuerst mit dem Studio deines Vertrauens in den Austausch gehen und erfragen, ob sie REACH-konforme Farben zur Verfügung haben.
