Pure Ink

30. August 2023
TATTOOS IN DER ANTIKE
Mit Tattoos drücken wir aus, wer wir sind. Heutzutage haben sie ganz vielfältige Bedeutungen, sie schenken uns Kraft und sind eine echte Lebensentscheidung.
Die faszinierende Geschichte der Tätowierungen reicht weit zurück in die Antike. Sowohl im antiken Griechenland als auch im alten Rom hatten Tattoos eine tiefgreifende Bedeutung, die weit über bloßen Körperschmuck hinausging. Heute werfen wir einen Blick darauf, welchen Einfluss Tätowierungen in diesen beiden antiken Hochkulturen hatten.
Tattoos im antiken Griechenland
Im antiken Griechenland dienten Tätowierungen zur Unterteilung der Gesellschaft und hatten einen eher negativen Ruf. Die alten Griechen nannten Tattoos „Stigma“, ein Wort, das damals wie heute eher negativ behaftet ist.
Sie wurden in Kriegszeiten verwendet, um Gefangene und Sklaven als Verlierer zu markieren, unter anderem während des Samischen Krieges um 440 v. Chr.: Beide Kriegsparteien tätowierten ihren Gefangenen unterschiedliche Motive auf die Stirn, die Athener eine Eule, die Samier ein Schiff.
Übrigens gab es bereits in dieser Zeit Praktiken der Tattooentfernung. Um das „Stigma“ loszuwerden, sticht man beispielsweise mehrmals mit Nadeln auf die Tätowierung ein und rieb sie im Anschluss mit Kalk und Natron ein.
Abseits der militärischen Bedeutung wurden Tattoos in manchen Fällen auch für religiöse Zwecke genutzt. Tempelmitglieder schmückten ihre Haut mit Tätowierungen, um ihre Hingabe zu bestimmten Gottheiten auszudrücken. Diese Tattoos symbolisierten also die spirituelle Überzeugung ihrer Träger.
Tattoos im alten Rom
Ähnlich wie im antiken Griechenland wurden Tätowierungen im alten Rom zur Markierung von Sklaven genutzt, um ihren Status als Eigentum anzuzeigen. Im militärischen Kontext verwendete man Tattoos, um Legionäre zu kennzeichnen und Siege zu ehren.
Außerdem halfen Tätowierungen im römischen Reich dabei, soziale Hierarchien und Rollen in der Gesellschaft zu verdeutlichen. Verschiedene Berufsgruppen, zum Beispiel Handwerker oder Handelsleute, verwendeten sie als Zeichen der Zugehörigkeit. Sie symbolisierten ihre jeweiligen Fachgebiete oder Fähigkeiten.
Auch im alten Rom waren Tattoos in den oberen Gesellschaftsschichten eher negativ behaftet und wurden mit Ausgrenzung bestraft.
Fazit
Tätowierungen in der Antike gingen über den reinen Körperschmuck hinaus. Sie dienten in erster Linie der Ab- und Ausgrenzung bestimmter Gesellschaftsschichten. Gerade im Vergleich zu anderen alten Kulturen, wie den Maori, hatten unsere europäischen Vorfahren ein recht negatives Bild von Tattoos. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, wie sehr sich die Bedeutung dieser alten Körperkunst über die Jahrhunderte hinweg gewandelt hat. Heute können wir Tattoos ganz frei nutzen, um unsere Individualität innerhalb der Gesellschaft auszudrücken.
